Ausbildung als Konditor/in: Kreativität ist nicht alles

Wer an Konditoreien, Bäckereien und Cafés denkt, dem kommt neben einem herrlichen Kaffeduft auch gleich der Gedanke an hübsch verziertes und dekoriertes Gebäck – das Auge isst schließlich mit. Zu besonderen Anlässen gibt es außerdem fast immer besondere Torten, ob ein- oder mehrstöckig, mit Zucker- oder Marzipanblumen verziert oder sogar mit Foto – bei den meisten Anlässen bleiben solche Torten den Gästen im Gedächtnis.

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Deswegen ist es umso wichtiger, dass Torten, Kuchen und Gebäck optisch perfekt aussehen – schmecken sollte es natürlich auch. Um das perfekt hinzubekommen, muss man eine Ausbildung zum/zur Konditoren/Konditorin gemacht haben. Denn dann erlernt man alle Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es braucht, um Backwaren gut schmecken zu lassen und appetitlich zu gestalten. Gerhard Schenk, Präsident des Deutschen Konditorenbundes, weiß, auf was es in dem Beruf ankommt: „Jedes Produkt, vom einfachen Apfelstrudel bis zur Hochzeitstorte, muss appetitlich aussehen.“ – Und das ist meist alles andere als einfach. Oftmals fordert es viel Geschick, Konzentration und Durchhaltevermögen, weiß auch der 23-jährige Konditor-Azubi Marc Dierig: „Egal, ob man eine einzelne Torte verziert oder 200 Teilchen Spritzgebäck formt – wenn man gedanklich abschweift, passieren Fehler, und das Produkt ist wertlos.“

Der Job verlangt Azubis und Mitarbeitern aber noch ganz andere Fähigkeiten ab. Denn auch körperlich kann es mitunter sehr anstrengend werden; oftmals müssen schwere Lasten wie z.B. 25kg-Mehlsäcke von einem Ort zum anderen geschafft werden. Auch das Teigkneten hat es in sich. Denkt man beispielsweise an eine Großbestellung von Keksen oder Kuchen, dann müssen schon mal einige Kilos an Teig durchgeknetet werden; außerdem steht man den Großteil der Zeit – das kann dann auch schon mal in den Rücken gehen.

Aber natürlich hat der Beruf auch viele schöne Seiten. Das sind vor allem die lächelnden Gesichter der Kunden, die ihre Hochzeitstorten abholen, Geburtstagstorten planen oder sonntags mit Kaffee und Tee gemütlich bei einem Stück Torte sitzen.

Wer sich für die Ausbildung entscheidet, kann im ersten Lehrjahr mit einem Gehalt zwischen 265€-450€, im zweiten Lehrjahr zwischen 285€-550€ und im letzten Lehrjahr mit etwa 315€-650€ rechnen. Natürlich variieren die Gehälter je nach Betrieb und Bundesland oder Region. Fest steht: Konditor zu sein bedeutet, ein echtes Handwerk zu erlernen – und ist alles andere als nur ‚Backen‘.

(Quelle: Generalanzeiger Magdeburg 1./2.04.2017)

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