Ausbildung mit Abitur: Für wen es sich lohnt

Da quälen wir uns gute 12 Jahre lang jeden Tag zur Schule, nur um dann am Ende ein Blatt Papier in der Hand zu halten, das noch viel größere Fragen aufwirft: Abitur – und was nun?

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Einige frisch gebackene Abiturienten zieht es erstmal ins Ausland – frei sein, Abenteuer erleben, sich einfach mal allein durchkämpfen. Andere fühlen sich in der Heimat zwar wohl, wissen aber noch nicht so richtig wo es mal hingehen soll und nutzen deswegen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zur Orientierung. Die nächsten studieren einfach erstmal drauf los. Und dann sind da noch all diejenigen, die sich für eine Ausbildung entscheiden – ‚trotz Abitur‘.

Wann und für wen sich eine Ausbildung mit Abitur in jedem Fall lohnt, klären wir in diesem Beitrag für euch.

Da viele Unternehmen in den letzten Jahren die Einstellungskriterien für Azubis deutlich erhöht haben, steht ihr mit Abitur auf jeden Fall erstmal besser da, als mit einem Hauptschulabschluss. Während ihr euch auch auf einem durchschnittlichen Abitur fast schon ausruhen könnt, müssen Haupt- oder Realschüler oftmals deutlich mehr kämpfen und brauchen wirklich sehr gute Noten, um einen vernünftigen Ausbildungsplatz zu ergattern. Ergo: Das Abitur durchzuziehen kann also schon mal nicht schaden!

Ob ihr zu den Leuten gehört, für die sich eine Ausbildung nach dem Abitur tatsächlich besser eignet, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Wollt ihr lieber Selbstbestimmtheit im Studium (das bedeutet aber auch eigenes Zeitmanagement und sehr gute Selbstorganisation)?
  • Oder braucht ihr den Bezug zur Praxis, weil euch die Theorie zu trocken ist?
  • Wärt ihr mit einem Studiengang einverstanden, in dem man vier oder mehr Jahre studiert, oder wollt ihr nach drei Jahren fertig sein?
  • Wart ihr in der Schule gut in Fächern, die zu eurer Wunschausbildung passen?
  • Wollt ihr noch ein bisschen eure Freizeit genießen und euch mit Nebenjobs über Wasser halten, oder doch lieber einen sofortigen Berufseinstieg, auch wenn das später vielleicht geringere Verdienstmöglichkeiten bedeutet?

Und nein, das mit den geringeren Verdienstmöglichkeiten ist nicht nur dahergesagt. Der OECD Bildungsbericht von 2014 beispielsweise stützt diese Aussage. Dennoch kann eine Ausbildung nach dem Abi erstmal sinnvoll sein – einige holen schließlich ihren Studienabschluss später (berufsbegleitend) erst nach, wenn sie genau wissen, was sie wollen – und fahren damit besser als diejenigen, die einfach erstmal ‚irgendwas‘ studieren und am Ende vielleicht sogar abbrechen und dann erst eine Ausbildung nachholen.

Die Ausbildung mit Abi eignet sich im Endeffekt für alle, die nach 12 Jahren Schulbank endlich mal Praxisluft schnuppern wollen. Später könnt ihr euch immer noch umorientieren und ein Studium beginnen, das zu euren Karrierewünschen passt. Und wer denkt, er ist gerade ’so drin‘ im Lernen und Arbeiten schreiben, der sollte sein Studium gleich mit durchziehen.

(Quelle: http://karrierebibel.de/ausbildung-mit-abitur)

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