Hitze

Cool bleiben im Sommer – Gegen Hitze bei der Arbeit

In der Schule gibt es bei extrem heißen Temperaturen über 30 Grad hitzefrei. Aber was macht man, wenn man in der Hitze arbeitet?
Bei so extremer Hitze reagiert der Körper mit sinkendem Blutdruck und erhöhter Schweißproduktion, was den Verlust von Flüssigkeit und wichtigen Mineralstoffen bedeutet. Die Folgen sind meist Kopfschmerzen, Unwohlsein und Schwindel. Deshalb verweist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aktuell auf die Leitlinien aus dem Arbeitsschutzgesetz.

Wer im Freien arbeitet, der muss unbedingt vor direkter Sonne geschützt werden. Hier kann der Arbeitgeber durch Sonnensegel, Schutzkleidung und ausreichende Getränke abhilfe schaffen. Wenn die 30 Grad überschritten werden, sollte er außerdem die Arbeitszeiten flexibler gestalten. Gemeinsam mit dem Betriebs- bzw. Personalrat kann eine Betriebs- bzw. Dienstvereinbarung zur Sommergleitzeit abgeschlossen werden. Wichtig sind vor allem: genügend und längere Pausen als sonst! Mittagspausen müssen bei Hitze länger als eine halbe Stunde dauern.

Mit kleinen Mitteln zum angenehmen Klima

Auch im Gebäude kann die Hitze zur Last fallen, vor allem dann, wenn es keine Klimaanlage gibt. Auf die haben Arbeitnehmer auch keinen rechtlichen Anspruch, jedoch muss der Arbeitgeber laut Arbeitsstättenregel ab einer Raumtemperatur von 26 Grad Maßnahmen zur Abkühlung ergreifen.

Wenn die Sonne durch die Fenster scheint und die Räume stark aufheizt, dann wirkt ein geeigneter Sonnenschutz wie Jalousien oder Markisen wahre Wunder. Morgendliches Lüften – beispielsweise durch den Hausmeister – sorgt für ein angenehmes Klima bei Arbeitsantritt. Zusätzliche Getränke oder kleine Erfrischungen wie Eiscreme sind im Sommer willkommene Gesten. Um die Hitze erträglicher zu machen, können auch die Bekleidungsregeln im Büro gelockert werden. Ausreichende Pausen sind natürlich auch hier ein absolutes Muss.

Und was kann man als Arbeitnehmer selbst tun? Um den Kreislauf in Gang zu halten und so Schwindel vorzubeugen, ist ein bisschen Bewegung durchaus notwendig. Dabei reichen meist schon einfache Dehnübungen. Zur Abkühlung eignet sich kaltes Wasser auf den Armen und im Nacken ideal.

Vorsicht bei Klimaanlagen
Zu kalt eingestellte Klimaanlagen führen häufig zu unnötigen Beschwerden. Der große Temperaturunterschied kann zu Erkältungen führen, vor allem dann, wenn man schon verschwitzt ins Büro kommt. Klimaanlagen sollten generell nicht unter 20 Grad eingestellt sein, der Unterschied zwischen der Außen- und Innentemperatur sollte so gering wie möglich gehalten werden. Eine gute Alternative zur Klimaanlage sind Ventilatoren. Ebenfalls klug: Elektrische Geräte, Lampen, Drucker und Kopierer nur bei Bedarf in Betrieb nehmen, um die Raumtemperatur nicht zusätzlich anzuheizen.

Gemeinsam gegen die Hitze
Wenn der Arbeitgeber nicht für Linderung sorgt, dann ist ein Gang zur betrieblichen Interessenvertretung ratsam. Am besten mit JAV und Betriebs- bzw. Personalrat mögliche Maßnahmen überlegen und diese dann zusammen mit dem Arbeitgeber abstimmen. Zwar liegt es im Ermessen des Arbeitgebers, welche Vorkehrungen er für eine erträgliche Raumtemperatur trifft. Er ist allerdings verpflichtet, so schnell wie möglich zu reagieren. Tut er das nicht, gilt das „Zurückbehaltungsrecht“: Dann dürfen Beschäftigte zu Hause bleiben.

Quelle: http://www.ausbildung.info/news/arbeiten-in-der-hitze

Kommentar verfassen