Den Durchblick behalten: die Ausbildung als Augenoptiker/in

Wenn du selbst ein Brille trägst oder schon mal mit Freunden oder Familie beim Optiker warst, weißt du wahrscheinlich schon, was da auf einen zukommt. Meistens macht man zunächst einen Sehtest, um die Sehstärke feststellen zu lassen und wird dann beraten, welches Brillengestell am besten geeignet ist – es sollte ja möglichst auch zum Typ passen. Anschließend suchst du dir noch die passenden Gläser aus: getönt, Gleichtsicht, entspiegelt – was darf es denn sein? So einfach ist es dann doch alles irgendwie nicht. Kein Wunder also, dass nicht jeder Augenoptiker/in werden kann, denn die Ausbildung verlangt einem so Einiges ab.

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Art der Ausbildung: dual (Berufsschule und Betrieb)
Zuständige Stelle: HWK
Dauer der Ausbildung: 3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Kontaktlinsen, Gläser & Co.

Wir wir also alle wissen, fertigen Augenoptiker Sehhilfen an. Dazu müssen sie Sehtests durchführen, Gläser bearbeiten und die Brille nicht nur optisch, sondern auch anatomisch anpassen. Jeder Kunde ist dabei anders und benötigt eine individuelle Beratung. Solltest du dich für diese Ausbildung entscheiden, lernst du also, welche Kontaktlinsen, Gläser und Gestelle für wen am besten geeignet sind und wie die Sehfehler deiner Kunden eigentlich genau behoben werden. Später musst du außerdem Brillen anpassen können und Reparaturen durchführen, wenn Gläser oder Gestell kaputt gehen. Auch der kaufmännische Bereich spielt eine wichtige Rolle in der Ausbildung, denn oft fallen Tätigkeiten an, die mit dem Verwalten von Kundendaten in einer Datenbank zutun haben.

Wie die meist dreijährige Ausbildung abläuft? Da sie dual ist, bist du immer abwechselnd in der Berufsschule und in deinem Ausbildungsbetrieb, z.B. Fielmann. Dort lernst du in der Praxis alles kennen, was du in auf der Schulbank theoretisch erlernst. Deine Tätigkeiten und Aufgaben musst du während der gesamten Ausbildung in einem sogenannten Berichtsheft dokumentieren, das von deinem Ausbilder in regelmäßigen Abständen kontrolliert wird. Kurz bevor dein zweites Ausbildungsjahr endet, musst du den ersten Teil deiner Gesellenprüfung absolvieren, der aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Am Ende der drei Jahre stellst du dich dann dem zweiten Teil der großen Prüfung und musst nochmals zwei schriftliche und zwei praktische Prüfungen bestehen. Danach bist du offiziell staatlich anerkannte/r Augenoptiker/in und damit bereit für das Berufsleben!

Und was kannst du dann alles? Die beherrschst eigentlich die wichtigsten Grundlagen. Du weißt was Astigmatismus, also Hornhautkrümmung, ist und wie du andere Krankheiten des Auges entdecken und behandeln kannst. Du bist vertraut mit Myopie (Kurzsichtigkeit), die eine der meisten Gründe dafür ist, dass deine Kunden zu dir kommen. Nach der Ausbildung hast du das entsprechende medizinische Hintergrundwissen dazu. Und du kannst eigenständig Sehtests bei deinen Kunden durchführen und ihnen dabei helfen, die optimale Sehhilfe für jede Lebenssituation zu finden. Wenn du irgendetwas noch nicht in der Ausbildung gelernt hast, ist das auch kein Problem. Wenn, dann sind das meistens nur Kleinigkeiten – schließlich hat ja auch jeder Betrieb seinen ganz eigenen Ablauf. Was aber in fast jedem Geschäft für Augenoptik gleich ist: Es wird Samstagsarbeit auf dich zukommen und du wirst eigentlich ausschließlich mit anderen Menschen zutun haben.

Wenn du noch viel mehr lernen willst, als nur die Grundlagen in der Ausbildung, oder noch nicht bereit bist für den Arbeitsalltag, dann kannst du beispielsweise eine Weiterbildung zum/zur Augenoptikermeister/in dranhängen. Oder du genießt noch ein paar Jahre das Uni-Leben und studierst z.B. Augenoptik, Medizintechnik oder Photonik – schau einfach mal im Internet, was dir zusagt, wenn es soweit ist.

Hilfreich für Ausbildung und Studium in diesem Bereich sind übrigens gute Noten in Mathe, Physik und Bio. Außerdem solltest du Neugierde im Bereich Optik mitbringen, und wie bei vielen Ausbildungsberufen werden auch Sorgfalt und Genauigkeit vorausgesetzt. Auch handwerklich-technisches Geschick kann als angehende/r Augenoptiker/in nicht schaden.

Na, hat die Ausbildung dein Interesse geweckt? Zumindest hat dieser Beruf Zukunft, solltest du dich für ihn entscheiden – denn Sehschwächen wird es immer geben und die Techniken zur Behandlung entwickeln sich stets weiter.

(Quelle: www.azubiyo.de)

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