Der perfekte Klang: Die Arbeit als Instrumentenbauer/in

Wer schon einmal in einem Konzert oder Theaterstück mit einem großen Orchester saß, hat bestimmt auch den ein oder anderen Blick auf die beeindruckenden Posaunen, Trompeten oder die Tuba geworfen. Diese Blechblasinstrumente perfekt spielen zu können, dazu gehört so einiges. Die wichtigste Voraussetzung aber ist das Instrument selbst: Es muss qualitativ hochwertig sein und einwandfrei klingen. Bisher werden deswegen Posaunen, Trompeten, Hörner und die Tuba größtenteils noch in Handarbeit gefertigt, repariert oder restauriert.

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Um eben diese Fertigung der Blechblasinstrumente kümmern sich Instrumentenbauer/innen. In der Ausbildung zu diesem Beruf lernen Auszubildende erstmal die Werkstoffe kennen und stellen erste Einzelteile her. Daraus können sie im Laufe der Zeit einige Baugruppen zusammenbasteln und schließlich das gesamte Instrument. Außerdem lernen die Lehrlinge die Grundlagen im Bereich Akustik, Musikkunde und technisches Zeichen kennen. Wichtig für den Beruf ist außerdem ein gutes mathematisches Verständnis und die Möglichkeit, sich Dinge räumlich vorzustellen. Nur so kann aus einem gezeichneten Plan tatsächlich ein gesamtes Instrument entstehen.

Die Ausbildung als Metallblasinstrumentenmacher/in ist allerdings relativ unbekannt und wird kaum noch angeboten, denn leider wächst die Konkurrenz stetig durch günstig angebotene Instrumente aus Fernost. Viele Familienbetriebe und andere kleinere Betriebe mussten aus diesem Grund längst schließen.

Wer schließlich doch einen Ausbildungsplatz ergattern kann, der beginnt eine dreijährige duale Ausbildung und arbeitet dann regelmäßig im Betrieb; geht aber auch zur Schule. In Deutschland gibt es drei Berufsschulen, die jeweils in mehrwöchigen Blockstunden Unterricht für Metallblasinstrumentenmacher/innen geben. Insgesamt 36 Wochen der drei Jahre müssen die Auszubildenden eine der drei Schulen besuchen.

Laut Bundesagentur für arbeiten verdienen Lehrlinge im ersten Lehrjahr etwa 400€, im zweiten 480€ und im letzten 520€ pro Monat – reich wird man mit dem Beruf also eher nicht. Wer aber ohnehin leidenschaftlich gern Instrumente spielt und gerne auch mal alte Instrumente aufpeppen würde, der kann mit dieser Ausbildung durchaus sein Hobby zum Beruf machen.

(Quelle: Generalanzeiger Magdburg 24.5.2017)

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