Ein seltener Beruf: Fischwirt/in

Vielleicht hast du schon mal von sogenannten Fischwirten gehört. Wenn nicht, ist das auch keine Schande. Schließlich haben 2011 beispielsweise gerade mal 99 Azubis deutschlandweit diese Ausbildung begonnen – wenn du auf der Suche nach etwas sehr Speziellem, sehr Seltenem bist, könnte diese Ausbildung schon mal in Frage kommen. Natürlich sind aber noch andere Kenntnisse und Interessen von Vorteil, wenn du mal Fischwirt/in werden möchtest. Zunächst aber musst du dich bei deiner Ausbildung für einen von drei Fachbereichen entscheiden: Fischhaltung und Fischzucht, Seen- und Flussfischerei oder Kleine Hochsee- und Küstenfischerei.

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Art der Ausbildung: dual (Berufsschule und Betrieb)
Zuständige Stelle: Landwirtschaftskammer
Dauer der Ausbildung: 3 Jahre, Verkürzung möglich

Viel Zeit in der Natur und auf dem Wasser

Egal, für welchen Fachbereich du dich am Ende entscheidest: Du wirst immer am oder auf dem Wasser zutun haben und daher zunächst einmal schwimmen können. Wichtig ist auch, dass du dich grundsätzlich für Fische interessierst – und natürlich auch für das Fischen an sich. Jetzt willst du wahrscheinlich wissen, was genau es mit den drei Bereichen in der Ausbildung zum/zur Fischwirt/in auf sich hat – kein Problem!

Im Bereich Fischhaltung und Fischzucht arbeitest du voraussichtlich auf einer Fischfarm, einem Fischgut oder in anderen Betrieben der Land- und Forstwirtschaft, die sich mit der Fischwirtschaft beschäftigen. Dein Haupteinsatzort in dieser Ausbildung werden wohl künstlich angelegte Teiche sein. Dort kümmerst du dich dann vorrangig darum, gezüchtete Fisch nach einem bestimmten Prinzip zu vermehren. Wenn die richtige Fangzeit gekommen ist, ist es deine Aufgabe, die Tiere frisch aus dem Teich zu fischen, sie zu verarbeiten und für ihren Verkauf zu sorgen – auch Vermarktung spielt in dem Bereich also eine größere Rolle. Der Job ist hart, denn du musst in der Lage sein, die Tiere, um die du dich täglich kümmerst, später zu töten. Wenn das nichts für dich ist, kannst du auch in der Fischverarbeitung oder im Fischhandel arbeiten.

Wenn du dich für Kleine Hochsee- und Küstenfischerei entscheidest, wirst du vorrangig auf dem Wasser eingesetzt – du solltest also nicht seekrank sein. Meistens bist du auf der Ost- oder Nordsee unterwegs. Es wäre also gut, wenn du dort in der Nähe wohnst – andernfalls solltest du bereit sein, umzuziehen. Zu den Schwerpunkten dieser Ausbildung gehören der Fang von Fischen oder Schalentieren sowie deren Weiterverarbeitung und Verkauf. Fischen und Fangen – das geht natürlich nur vom Kutter aus, und zwar mit riesigen Fangnetzen – denn nicht nur die deutsche Bevölkerung, sondern auch der Rest der Welt will schließlich nicht auf den frischen Fisch im Supermarkt verzichten.

Als drittes und letztes gibt es den Bereich Seen- und Flussfischerei. Wie der Name es schon verrät, bist du hauptächlich auf Seen und Flüssen unterwegs, fängst die richtigen Fische und machst sie bereit für den Verkauf, indem du sie weiterverarbeitest. Wichtig ist, dass du dabei den See bzw. Fluss nicht komplett leer fischst, sondern dich auch um den natürlichen Fischbestand kümmerst. Konkret heißt das: Damit nicht irgendwann eine bestimmte Art ausstirbt, bringst du bestimmte Besatz- und Brutfische zusammen und sorgst so für die – mehr oder weniger – natürliche Weitervermehrung.

Und, hast du schon einen Favoriten? Wenn nicht, macht das auch nichts. Wichtig ist nur deine Vorliebe für Wasser, Natur und Fische. Wenn die Arbeit im Freien für dich ideal ist, Fische dich schon immer interessiert haben und du gerne selbstständig arbeitest, dann kommt diese Ausbildung für dich in jedem Fall in Frage. Wenn du allerdings einen bequemen Bürostuhl bevorzugst, zu tierlieb bist oder Fische und Algen eklig findest, solltest du lieber noch weiter nach der richtigen Ausbildung suchen!

(Quelle: www.ausbildung.de)

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