Fahrzeuglackierer bringen Autos zum Glänzen

Wer schon als Jugendlicher kreativ und künstlerisch begabt ist, der kann sein Hobby nicht nur beim Ansprayen von Wänden oder Gebäuden ausleben – das verärgert die Leute eher, als dass diese Form der Kunst wirklich Anerkennung bekommt. Viel schöner ist es doch, sein Hobby zum Beruf zu machen. Dazu muss man ja nicht gleich Kunst studieren oder Kunstlehrer werden, denn seine Kreativität auszuleben geht z.B. auch als Fahrzeuglackierer/in. Sie kümmern sich um alle Autos, die neue Farbe brauchen, eine Intensiv-Pflegekur bekommen sollen oder die zukünftig Werbung durch die Gegend fahren sollen. Wenn es darum geht, die Oberfläche von Autos zu bearbeiten und zu gestalten, sind Fahrzeuglackierer/innen echte Profis.

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Farbgestaltung ist längst nicht alles

Drei Jahre Ausbildung, und dann ’nur‘ Farbgestaltung? Von wegen! Fahrzeuglackierer müssen noch viel mehr drauf haben und brauchen vor allem physikalisch-technisches Verständnis. Denn wenn ein Kunde mit einem kaputten Kotflügel auftaucht, dann bringt es nichts, einfach ein bisschen Farbe und Glanz aufzutragen. Erstmal müssen dann Dellen ausgebeult werden und Roststellen entfernt werden. Dann muss wieder eine vernünftige Grundierung aufgetragen werden, bis schließlich der eigentliche Farblack bzw. das Finish aufgetragen werden kann. Danach wird noch einmal kräftig poliert, bis der Wagen wieder glänzt.

Zu den Aufgaben des Fahrzeuglackierers gehören also auch die Versiegelung von Hohlräumen, die Montage und Demontage von Bauteilen und vor allem der Kontakt mit den Kunden. Schon das Anmischen der richtigen Farbe ist eine Kunst für sich, die erstmal erlernt werden muss, denn es gibt über 2.500 Lackrezepturen, die alle verschiedene Farbtöne und Abstufungen erzeugen. Kunden müssen also auch beraten werden und Fahrzeuglackierer müssen je nach Art des Fahrzeugs und des Kunden auch einschätzen können, was zum Auto passt – und was nicht. Zudem ist ein Basiswissen in Chemie gefragt – aber dazu absolviert man schließlich eine dreijährige Ausbildung.

Fahrzeuglackierer stellen außerdem vorgegebene Schriftzüge her oder befestigen anspruchsvolle Bilder auf den Fahrzeugen mit Hilfe von Schablonen, Folien, Pinseln und Rollen oder mithilfe der Air-Brush-Technik. Nach der Ausbildung kann man in der Regel selber ganz gut einschätzen, welche Geräte und Hilfsmittel sich für welche Aufgaben eignen. Neben einem Haupt- bzw. Realschulabschluss oder einem Abitur sollten angehende Fahrzeuglackierer/innen Folgendes mitbringen:

  • Interesse an Mathe und Chemie
  • gute Beobachtungsgabe und genaues Auge
  • handwerkliches Geschick
  • gute Augen-Hand-Koordination
  • Spaß am sorgfältigen und genauen Arbeiten

Weitere Infos zur Ausbildung und zum Beruf findet ihr zum Beispiel unter www.autoberufe.de.

(Quelle: Generalanzeiger Magdeburg 1./2.4.2017)

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