Hörakustiker/in: Ein Job, der Feingefühl erfordert

hearing-aid-1490115_1920Menschen werden aus den unterschiedlichsten Gründen schwerhörig: ob wegen zu lauter Musik, aus Altersgründen oder wegen jahrelanger Lärmbelastung im Job. Eins haben leider alle gemeinsam: Der Körper kann die Hörfähigkeit nicht von selbst wieder herstellen. Deswegen benötigen diese Menschen Hörgeräte, um Geräusche wieder in der für gesunde Menschen üblichen Lautstärke wahrnehmen zu können. Zum Glück gibt es Hörakustiker/innen, die ihre Patienten dabei beraten und unterstützen.

Und nicht nur das: In der Ausbildung als Hörakustiker/in lernt man, die Hörgeräte individuell an seine Patienten anzupassen, damit diese sich wieder gut in ihrem Alltag zurechtfinden können. Tina Janson ist eine von vielen auszubildenden Hörakustikern und wollte ursprünglich Psychologie studieren. Deswegen schätzt sie an der Ausbildung umso mehr, dass sie auch in ihrem jetzigen Beruf häufig Kontakt zu Menschen hat: „Als Hörakustiker ist man auch sehr nah am Menschen, ich setze die Psychologie im Alltag ein“, erklärt sie.

Momentan arbeitet Tina Janson in Hanau (Hessen) in einem Hörakustik-Geschäft und lebt dort ihr Interesse an Naturwissenschaften, digitaler Technik, Medizin und Psychologie gleichermaßen aus. Die 20-Jährige besucht während ihrer Ausbildung drei Mal im Jahr die Seminare der Akademie für Hörakustik in Lübeck, denn die sind Pflicht für jeden Azubi in diesem Bereich. Zum Alltag der Auszubildenden gehören natürlich auch Kundengespräche, in denen die Patienten meist zu ihren Alltagsgewohnheiten oder  – im Falle eines Hörsturzes – auch zu ihren beruflichen Anforderungen befragt werden. Oft kommen sogar Gleichaltrige in die Praxis und klagen über Hörbeschwerden, nicht selten auch weil sie viel zu lange viel zu laute Musik gehört haben. Besonders solche Gespräche müssen dann mit viel Feingefühl und Geduld geführt werden, denn schließlich können einen die Kunden kaum hören. Aber das sei auch alles eine Sache des Trainings und irgendwann habe man den Dreh, wie man mit solchen Patienten umgehen muss, auch raus.

In Deutschland werden insgesamt etwa sechs Millionen Menschen als schwerhörig eingestuft. Lediglich dreieinhalb Millionen von ihnen haben bereits eine Hörhilfe – es gibt also nach wie vor viel zu tun. Das Bruttogehalt bei Berufsanfängern in der Hörakustik liegt übrigens bei etwa 1750€ brutto, kann aber je nach Betrieb und Bundesland variieren.

(Quelle: Generalanzeiger Magdeburg 12.4.2017)

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