Rechte für Azubis: Was dir zusteht

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt: Du verlässt die Schule, die du so viele Jahre lang jeden Tag besucht hast, und beginnst eine Ausbildung. Egal ob in der Berufsschule oder im Betrieb – du musst dich nicht nur an viele neue Gesichter und Charaktere gewöhnen, sondern auch an neue Spielregeln. Aber nicht nur das: Dir stehen auch eine Menge Dinge zu – du hast bestimmte Rechte, über die du dir im Klaren sein solltest. Da Gesetze oftmals irreführend sein können und man leicht den Überblick verliert, zeigen wir dir hier ganz einfach aufgelistet und erklärt deine Rechte. Diese findest du übrigens im Gesetzbuch als offiziellen Ausbildungsvertrag in § 11 des Berufsbildungsgesetzes.

Rechte als Azubi

  • Sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung: Es ist fest vorgeschrieben, wielange du welche Abteilungen in deinem Ausbildungsbetrieb durchläufst.
  • Beginn und Dauer der Ausbildung: Jede Ausbildung hat eine gesetzlich festgelegte Dauer, die meist drei Jahre beträgt.
  • Ausbildungsort: Ist dein Ausbildungsplatz so weit von deinem Wohnort entfernt, dass du jeden Tag pendeln musst, dann hast du das Recht auf Erstattung der Fahrtkosten.
  • Ausnahmen außerhalb des Betriebs: Auch Dienstreisen und dort entstehende Kosten werden dir erstattet.
  • Dauer der täglichen Ausbildungszeit: Hier wird gesetzlich geregelt, von wann bis wann und wie lange du jeden Tag arbeiten musst. Auch Schichtdienst wird hier geregelt.
  • Dauer der Probezeit: Deine Probezeit muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate dauern.
  • Höhe der Ausbildungsvergütung: Sprich dein Brutto-Gehalt. Auch das ist natürlich gesetzlich geregelt und du hast dein Recht darauf.
  • Dauer des Urlaubs: Für viele am wichtigsten, denn hier wird dein Anspruch auf Urlaub gesetzlich geregelt.
  • Voraussetzungen für eine Kündigung: Auch wenn du gerade erst begonnen hast, in dem Beruf zu arbeiten, muss klar geregelt sein, wann und wie eine Kündigung erfolgen kann.

Na siehst du, ist doch eine ganze Menge an Dingen, die dir zustehen. Diese Sachen solltest du auf jeden Fall wissen, denn dein Arbeitgeber darf nicht einfach mit dir machen, was er möchte. Deswegen hier zu guter Letzt noch eine weitere kurze Auflistung:

Dinge, die nicht in deinem Vertrag stehen dürfen

  • Eine Regelung, die besagt, dass du selbst etwas für deine Ausbildung zahlen musst.
  • Die Festlegung, dass du nach Ende deiner Ausbildung in dem Betrieb bleiben musst.
  • Vereinbarungen, die besagen, dass du den erlernten Beruf nach deiner Ausbildung nicht mehr ausüben darfst.
  • Strafen im Falle eines Abbruchs deiner Ausbildung.

Fazit

Es gibt eine Menge Dinge, die man beachten muss, wenn man einen Ausbildungsvertrag abschließt. In den meisten Fällen sind die Verträge jedoch einwandfrei. Trotzdem schadet es nicht, zu wissen und zu verstehen, was man am Ende unterschreibt. Denn einmal unterschrieben ist der Vertrag erstmal gültig – deswegen auch lieber zwei oder dreimal lesen und auch ruhig deine Eltern nochmal drüberlesen lassen!

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