Rechte und Pflichten als Azubi – Kündigung

Während der Ausbildung gelten andere Kündingsrechte als später im festen Beruf. Wir erklären euch, wann euer Betrieb euch kündigen kann und was ihr beachten solltet, wenn ihr die Ausbildung selbst abbrechen wollt.

Jede Ausbildung beginnt mit einer Probezeit. Solange diese läuft, können sowohl euer Arbeitgeber als auch ihr selbst jederzeit das Arbeitsverhältnis beenden.Es muss hierbei keine Kündigungsfrist eingehalten werden. Auch ist es nicht notwendig, einen Grund für die Beendigung des Arbeitsvehältnisses anzugeben. In jedem Fall muss eine Kündigung aber schriftlich erfolgen.

Während der Ausbildung, nachdem die Probezeit beendet ist, gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, diese abzubrechen: die fristlose Kündigung, die ordentliche Kündigung und den Aufhebungsvertrag.

Fristlose Kündigung: Sie ist für beide Seiten, also für den Arbeitgeber und des Auszubildenden, eine Möglichkeit, die Ausbildung zu beenden. Allerdings muss hierfür ein ein schwerer Gesetztesverstoß vorliegen. So kann ein Azubi beispielsweise durch mehrfaches Schwänzen oder Diebstahl gekündigt werden. Vorher muss dieser allerdings bereits eine Abmahnung erhalten haben, damit der Auszubildende die Chance hat, sich zu bessern. Die Gründe für eine solche Kündigung dürfen dem Ausbilder außerdem nicht länger als zwei Wochen vor der Kündigung bekannt sein. Für eine Kündigung von Seiten des Azubis zählen unter anderem mehrfache Beschimpfungen, Beleidigungen oder körperliche Gewalt zu möglichen Gründen.

Ordentliche Kündigung: Als Azubi hat man die Möglichkeit, mit einer Frist von 4 Wochen zu kündigen, wenn man die angefangene Ausbildung aufgeben oder sich für einen anderen Beruf ausbilden lassen will.

Aufhebungsvertrag: Das ist eigentlich keine Kündigung, sondern eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Azubi, die Ausbildung nicht länger fortzusetzen. Daher ist der Aufhebungsvertrag auch nur dann möglich, wenn der Ausbildungsbetrieb damit einverstanden ist, dass die Ausbildung beendet wird. Ein Aufhebungsvertrag ist dann sinnvoll, wenn man seine derzeitige Lehrstelle wechseln, d.h. die Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen möchte. Hat man seine Ausbildung einfach nur gekündigt und setzt diese in einem anderen Betrieb fort, kann der ehemalige Ausbildungsbetrieb Schadensersatz fordern!

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