Sport- und Fitnesskaufleute: gefragte Experten

Seit 2006 gibt es in Deutschland die Möglichkeit, eine Ausbildung als Sport- und Fitnesskaufmann/-frau zu beginnen. Gerade für Jugendliche, die ihr Hobby zum Beruf machen wollen, wird die Ausbildung immer attraktiver. Die duale Ausbildung dreht sich aber selten nur um Sport an sich, sondern ist viel mehr eine kaufmännische Ausbildung. Zu den Tätigkeiten gehört also auch die Arbeit am Computer: Das Bearbeiten von Verträgen, die Organisation von Workshops und Weiterbildungen und die Entwicklung von Kursen sind fester Bestandteil der täglichen Aufgaben. So lernen Auszubildende, Kunden zu beraten, die sich beispielsweise unsicher bei der Wahl des Kurses sind. Dazu kommt, dass viele Betriebe sich im Fitnessbereich selbstständig um den Internetauftritt und den Auftritt nach außen hin kümmern. Azubis beschäftigen sich also auch mit der Website des Arbeitgebers und übernehmen zum Teil die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Deswegen lernen Sport- und Fitnesskaufleute oft viel mehr Aspekte des Arbeitslebens kennen, als man anfangs vielleicht denkt.

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Birgit Schwarze, Präsidentin des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen, beschreibt die vielfältigen Möglichkeiten nach einer abgeschlossenen Ausbildung in dieser Branche:

„Das Einsatzfeld ist breit. Wellness- und Gesundheitszentren, Sportveranstalter und Sportschulen gehören auch dazu. Die Kaufleute werden auch in Sport- und Badeämtern, Tourismuszentralen und Ferienzentren beschäftigt.“

Vor allem kaufmännische Grundlagen spielen eine größere Rolle in der Ausbildung. So lernen Azubis alles über Rechnungswesen, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Als Sport- und Fitnesskaufmann/-frau muss man zudem Kundengespräche führen können und in der Lage sein, Mitgliedschaften anzulegen, zu verwalten und zu organisieren. Durch diese Grundkenntnisse schafft die Ausbildung eine solide Grundlage für andere kaufmännische Berufe. So kann man nach abgeschlossener Ausbildung beispielsweise sogar als Hotelkaufmann/-frau arbeiten.

Bei der Wahl des Ausbildungsplatzes sollen Azubis allerdings die Augen besonders weit offen halten, denn nicht selten werden sie als billige Arbeitskräfte zu oft an der Empfangstheke, in Kursen oder sogar als Reinigungskraft eingesetzt. Ist das der Fall, sollte man als Azubi unbedingt mit seinem Arbeitgeber sprechen, denn die Bearbeitung kaufmännischer Aufgaben ist wichtig in der Ausbildung, schließlich soll man auch inhaltlich etwas Neues lernen.

Die meisten Arbeitgeber in der Fitnessbranche bevorzugen übrigens Auzubildende, die mindestens 18 Jahre alt sind, damit sie sie auch in den Abendstunden ohne Probleme einsetzen können.

(Quelle: General-Anzeiger 22.02.2017)

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