Studienplatz einklagen: Keine Seltenheit

Besonders Abiturienten, die Medizin studieren wollen, kennen das Problem: Der Notendurchschnitt reicht für den Numerus Clausus des Traumstudiengangs einfach nicht aus. Meistens bleibt dann keine andere Wahl, als einen Studienplatz einzuklagen.

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Tatsächlich entscheiden sich immer mehr junge Menschen zu diesem ungewohnten Schritt – oftmals ist dazu nicht einmal ein Anwalt nötig, sagt Marcel Zentel von der Hochschulberatung des Allgemeinen Studierendenausschusses an der Technischen Universität in Berlin. Wer es alleine versuchen möchte, der sollte sich aber auf jeden Fall von den Studierendenvertretungen an der jeweiligen Uni beraten lassen. In vielen Fällen haben Klagen ohne eigenen Anwalt sogar Erfolg. An der TU in Berlin gibt es spezielle Sommerkurse, in denen sich angehende Studierende über ihre rechtliche Lage aufklären lassen können. Offizielle Zahlen dazu, wie erfolgreich oder -los solche Klagen im Schnitt sind, gibt es leider nicht.

Wer seinen Studienplatz tatsächlich einklagen möchte oder muss, der sollte darauf vorbereitet sein, tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Denn anfangs kommen auf den/die Klagende/n etwa 200€ Gerichtskosten zu. Wer auf Nummer sicher gehen und sich von einem Anwalt vertreten lassen will, der zahlt obendrauf weitere 500€. Ein einfaches Verfahren inklusive Anwaltshonorar kostet zusätzlich etwa 200€. Wer aufs Ganze gehen und gleich mehrere Unis verklagen will – und das ist längst kein Ausnahmefall – der muss schon viel Geld haben: Bis zu 1500€ kostet es dann, eine einzige Uni zu verklagen.

Geld spielt also eine wichtige Rolle bei einer Studienplatzklage. Dennoch: Wenn es ganz sicher dein Traumstudiengang bzw. später dein Traumberuf ist, dann ist das Geld eine gute Investition und kann sich später doppelt und dreifach auszahlen!

(Quelle: Generalanzeiger Magdeburg 04./05.03.2017)

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