Warum ein Auslandsaufenthalt während der Ausbildung ein absolutes Muss ist

Was Studenten als „Auslandssemester“ kennen, das gibt es bei Azubis auch längst, denn in fast jede Ausbildung lässt sich mittlerweile ein Auslandsaufenthalt integrieren – und der ist schon fast ein Muss! Warum? Ganz einfach: Man ist auf sich allein gestellt, sammelt innerhalb kürzester Zeit viele neue Eindrücke, verbessert seine Sprachkenntnisse, lernt neue Leute kennen und wird selbstbewusster. Reicht noch nicht? Muss es auch nicht, denn auch im Lebenslauf sind Erfahrungen im Ausland ein absoluter Pluspunkt.

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Optimal für so ein kleines Abenteuer ist übrigens das zweite Lehrjahr, denn dann hat man einerseits schon Fachwissen und kann im Betrieb voll mit anpacken, andererseits droht noch nicht der Stress der Abschlussprüfungen, die meistens erst Ende des dritten Lehrjahres anstehen. Julia Beck von der Organisation Go For Europe findet es für jeden Ausbildungsberuf sinnvoll, einen Auslandsaufenthalt zu integrieren. Allerdings achtet sie bei den Azubis gezielt darauf, ob sie genügend Vorkenntnisse in Bezug auf die Sprache haben, denn sonst kann es tatsächlich schwierig werden – Kommunikation ist schließlich alles. Und wie soll man Fachsprache verstehen, wenn man sich in dem fremden Land noch nicht einmal verständigen kann? Die Sprachkenntnisse aufzufrischen ist also entscheidend, wenn man plant, einige Wochen im Ausland zu arbeiten.

Wer das Reisen und Entdecken liebt, braucht der Verlockung also nicht widerstehen. Besonders bei den Personalern kommt es später gut an, wenn man sich beruflich auch schon einmal fernab von der Heimat beweisen konnte, denn das zeigt, dass auch spätere Dienstreisen und sprachliche Hürden kein Problem sind.

Robert Bischoff ist angehender Hotelfachmann aus Stuttgart und nutzte die Gelegenheit, um einen Monat lang in Malaga (Spanien) zu arbeiten. „Ich habe das Gefühl, dass ich in der Zeit große Fortschritte gemacht habe“, sagt er rückblickend. Auch sein Spanisch habe sich wesentlich verbessert und er könne sich nun vorstellen, später auch länger im Ausland zu arbeiten.

In der Theorie kann jeder Azubi sogar ein Drittel seiner gesamten Ausbildungszeit im Ausland verbringen; so richtig durchgesetzt hat sich dieses Modell in Deutschland aber noch nicht. Im letzten Jahr nutzten gerade mal 11.000 Azubis die einmalige Gelegenheit; laut Bundesinstitut für Berufsbildung werden es aber von Jahr zu Jahr mehr – kein Wunder, denn wer zieht einen Traumstrand nicht dem langweiligen Alltag vor? Azubis sollten sich also wirklich genau überlegen, ob sie sich diese Chance entgehen lassen. Wann bekommt man schließlich nochmal so eine Gelegenheit?

Bei den meisten Auflandsaufenthalten reden wir übrigens von etwa vier bis acht Wochen. Ob Europa, USA, China oder Australien – ihr habt die Wahl!

(Quelle: Generalanzeiger Magdeburg 25./26.3.2017)

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