Zeugnisse, Beurteilungen, Zertifikate: Was sie wirklich bedeuten

Zeugnisse, Beurteilungen, Zertifikate – sie begleiten dich durch dein gesamtes Leben. Gerade Deutschland gilt als Land der Zeugnisse und Zertifikate. Wir werden heutzutage immer wieder von verschiedensten anderen Menschen beurteilt, nicht selten leider auch falsch. Das ist der Grund, warum Zeugnisse nicht immer nur etwas Gutes bedeuten, sondern oftmals auch ein gewisses Risiko darstellen. In diesem Artikel wollen wir dir dennoch zeigen, dass Zeugnisse dir auch Chancen eröffnen können.

Doch zunächst: Was macht Zeugnisse eigentlich aus?

  • Zeugnisse gehören zu den Anlagen in einer Bewerbung.document-157987_1280
  • Zu den Zeugnissen zählen u.a. deine Schulzeugnisse, aber auch Praktikums-/ Nebenjobbeurteilungen und Bescheinigungen von Kursen, an denen du teilgenommen hast.
  • Die in den Zeugnissen enthaltenen ‚Floskeln‘ klingen zwar meist positiv, sind aber oftmals auch doppeldeutig.

Doppeldeutig? Und wie! So bedeutet bspw. ein „…zu unserer vollen Zufriedenheit“ gerade mal Note drei. Klingt erstmal positiv, ist aber unter Kennern eben nur der Durchschnitt. Findet sich in deinem Zeugnis eine Formulierung wie „…erfüllte die übertragenen Aufgaben stets zu unserer Zufriedenheit“, dann sind deine Leistungen schon gut (Note zwei). Wie es sich anhört, wenn du mit Note eins bewertet wirst? So: „…erfüllte die übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“. Ein weiteres Beispiel für eine sehr gute Beurteilung wäre der Satz: „Sein/ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich.“ Bei einer guten Beurteilung würde hier z.B. das Wort „stets“ entfallen.

Ganz schön viel, was man in einen so kurzen Satz hinein interpretieren kann. Aber die Formulierungen sind immer mit Bedacht gewählt und haben ihre ganz eigene Bedeutung. Als Laie mag man das nicht einschätzen können. Aber die Personaler, die eure Beurteilungen lesen, kennen sehr wohl deren „Übersetzung“.

So, und nun zur entscheidenden Frage: Wie kannst du eine Beurteilung zu deinem Vorteil nutzen, wenn sie mal etwas schlechter ausfällt?

Wir geben dir einige Tipps, wie du mit schlechtem Feedback umgehen solltest:

  1. Negatives proaktiv angehen: Was ist dir schon gut gelungen? Woran solltest du noch arbeiten?
  2. Akzeptiere die Bewertung, sofern sie gerechtfertigt ist. Akzeptieren bedeutet aber nicht, alles einfach hinzunehmen, ohne sich verbessern zu wollen – womit wir bei Punkt drei wären:
  3. Arbeite an dir selbst: Bilde dich fachlich weiter (dafür gibt es Weiterbildungsangebote, Trainings, …). Überdenke ggf. dein Verhalten und achte auf Reizwörter und deren Wirkung gegenüber Anderen.
  4. Versuche, es beim nächsten Mal einfach besser zu machen, anstatt dich von Kritik unterkriegen zu lassen.
  5. Nur für den Fall: Sollten deine Schwächen beim nächsten Bewerbungsgespräch angesprochen werden, dann sei gut vorbereitet und überzeuge deinen Gegenüber mit positiven Lösungsansätzen. Du könntest z.B. deine Bereitschaft erklären, an Trainings oder Fortbildungen teilzunehmen.

Fazit

Siehst du, alles nur halb so wild. Jeder Mensch macht nunmal Fehler. Das entscheidende ist nur, wie man damit umgeht. Wenn dein Chef also sieht, dass du motiviert bist, im Leben voranzukommen, und dir Kritik zu Herzen nimmst,  dann hinterlässt das immer einen guten Eindruck – und dann ist auch der ein oder andere kleine Fehler kein Problem.

Wir hoffen, wir konnten dir mit dem Artikel ein bisschen Mut machen für den Fall, dass es mal nicht so läuft, wie du es vielleicht gern hättest. Und übrigens: Wenn du schon ein Arbeitszeugnis hast, dann schau doch nochmal hinein und finde heraus, welche Note dir dein Arbeitgeber verpasst hat!

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